x

Jägerinnen

Interview mit Susanna Reisinger, MAS

Die Steirischen Jägerinnen haben sich zum Ziel gesetzt, in den steirischen Bezirken ein durchgängiges Netzwerk aufzubauen. Wie ist hier der aktuelle Stand?

Beinahe in allen steirischen Bezirken ist es bis jetzt gelungen, ein sehr gut funktionierendes Netzwerk aufzubauen. In diesen Bezirken gibt es jeweils eine Bezirksvertreterin als direkte Ansprechperson. Ihr zur Seite steht eine Stellvertreterin.

 

Welche Vorteile bringt es für eine Jungjägerin, sich diesem Netzwerk anzuschließen?

Wir Jägerinnen haben uns zum Ziel gesetzt, Jungjägerinnen zu gemeinsamen Jagdausgängen einzuladen, dabei können sie nicht nur jagdliche Erfahrungen sammeln, sondern es wird auch Aktuelles über die Jagd ausgetauscht. Dabei steht der Wissensaustausch nicht immer im Vordergrund, sondern es werden auch Kontakte und Freundschaften geknüpft. Für jene Jägerinnen, die familiär bedingt keine Erfahrungen mit der Jagd sammeln konnten, besteht so die Möglichkeit, gut in das Jagdleben eingebettet zu werden. So wie in vielen anderen menschlichen Lebensbereichen sind auch die ersten Jagderlebnisse prägend. Diese entscheiden, ob dieser Leidenschaft weiter nachgegangen wird oder nicht.

Die Vertreterinnen der einzelnen Bezirke treffen sich regelmäßig. Was waren die Hauptthemen des letzten Jagdjahres?

Die Vertreterinnen der Bezirke treffen sich zweimal jährlich, wobei wir einmal pro Jahr den Landesjägermeister und die Geschäftsführerin der Steirischen Landesjägerschaft begrüßen dürfen. Im Jahresprogramm bildete die Öffentlichkeitsarbeit mit Schülern einen wesentlichen Schwerpunkt. Daneben fanden Waldspaziergänge gemeinsam mit den Forstfrauen in mehreren steirischen Bezirken statt. Wanderungen, wie z. B. auf den Dachstein oder auf die Graualm, förderten vor allem die sozialen Kontakte. Die Verwertung unseres hochwertigen Wildbrets stand in mehreren Bezirken im Mittelpunkt. Stammtische, Jugendarbeit, Umgang mit der Waffe und viele weitere Tätigkeiten ergänzten das umfassende, abwechslungsreiche und sehr interessante Jahresprogramm.

 

Der Frauenanteil in der Jagd ist ständig im Steigen begriffen. Was zieht Frauen in die ursprünglich männliche Domäne?

Ich denke, dass das Interesse an der Natur und den damit verbundenen Zusammenhängen ein wichtiger Grund für die Ablegung der Jägerprüfung ist. Ich höre aber auch des Öfteren, dass die Interessen im Freundeskreis dabei eine wichtige Rolle spielen. Eine Motivation ist sicherlich auch die Möglichkeit, durch die Jagd ein kulinarisch hochwertiges Lebensmittel zu gewinnen.

Nicht immer steht die gute Trophäe im Vordergrund, ganz oft ist es das Bedürfnis, sich im Alltag den Ausgleich in der Natur (wie z. B. bei der Wildbeobachtung) zu holen.

Wie ist Ihr Rollenverständnis der Steirischen Jägerinnen?

So wie in allen gesellschaftlichen Bereichen wollen auch wir Jägerinnen keine Sonderstellung, sondern als gleichwertige Jagdbegeisterte gesehen werden. Obwohl wir Jägerinnen bei schweren körperlichen Tätigkeiten die Unterstützung von den Jägern gerne annehmen. Im Gegenzug bringen wir uns mit guten Ideen und uns möglichen körperlichen Arbeiten (wie bei Hochsitzbau, Wildfütterungen etc.) selbstverständlich mit ganzer Kraft mit ein.

Im sehr guten Miteinander ergibt sich für uns Jägerinnen dennoch die Frage, wann das weibliche Führungsverständnis in der Jägerschaft als Selbstverständnis angesehen wird.

 

Sie haben Fragen?

Die Steirischen Jägerinnen und Jäger leben mit der Natur – gerne beantworten wir Ihre Fragen!

Anfrage senden

Partner