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Raufußhühner

Interview mit Franz Meran

Die aktuelle Situation der Raufußhühner in der Steiermark – wie schätzen Sie diese ein?

Insgesamt und generell sind unsere Raufußhühnerpopulationen noch intakt, wenn auch mit regional starken Unterschieden – besorgniserregend ist das vermehrte Verschwinden kleinerer Vorkommen, womit die sogenannten Trittsteine zwischen grösseren Populationen verloren gehen und dadurch ein genetischer Austausch verhindert wird – das könnte in näherer und ferner Zukunft zu einem grossen Problem werden. Auch der Klimawandel ist nicht zu unterschätzen, da vorallem bestimmte Insekten, welche zur Jungendaufzucht benötigt werden, mehr und mehr verschwinden. Davon betroffen sind momentan vorallem Höhenlagen um 800 bis 1200 m, Tendenz steigend.

Welche ersten Schritte zur Erhaltung dieser wertvollen Wildart sind aus Ihrer Sicht in nächster Zukunft zu setzen?

Wir sollten zunächst dringend die genetische Bandbreite der Populationen erheben und alle Anstrengungen unternehmen, um die so dringend notwendigen Trittsteine aufrecht zu erhalten bzw. wiederherzustellen zu können. Besonderes Augenmerk sollten wir den Auerwildvorkommen in den raschwüchsigen Wirtschaftswäldern widmen, denn hier fällt der Rückgang in den letzten Jahrzehnten dramatisch auf. Man kann dies mit einem immer aggressiver werdenden Vegetationswachstum, bedingt durch einen immer stärker werdenden Stickstoffeintrag in unsere Wälder begründen. hier sollte man über ein gezieltes Förderungssystem für eine auerwildfreundliche Waldbewirtschaftung, vor allem des bäuerlichen Kleinwaldes nachdenken.

 

Wie kann der Waldeigentümer für raufußhühnerfreundliche Bewirtschaftung gewonnen werden.

Realistischerweise muss man in der heutigen Zeit sagen, dass es hauptsächlich darum gehen wird, wirtschaftliche Einbußen durch ein ausgeklügeltes Fördersystem abzufedern. Es sollten in jedem Bezirk der Steiermark ausgesuchte Fachberater der Waldeigentümer installiert werden, welche die Eigentümer für dieses Thema sensibilisieren und schulen sollten. Auch eine gezielte Art der Wertevermittlung muss auf dieser Ebene stattfinden. Zu diesem Zwecke sollten auch interessierte Waldeigentümer in gute Auerwildreviere zur Beobachtung der Balz eingeladen werden, um das Interesse zu steigern.

Was müssen die steirischen Jägerinnen und Jäger tun, um diese Wildart weiterhin bejagen zu dürfen.

Auch die Jäger können und sollen mit all ihrem Wissen und ihrer Kompetenz Waldeigentümer für eine auerwildgerechte Bewirtschaftung sensibilisieren, diese beraten und bei der Umsetzung auch mithelfen. Grundeigentümer sollen zur Balz und zu Exkursionen in intakte Auerwildgebiete mitgenommen werden. Darüberhinaus ist eine aufrichtige und regelmässige Zählung der Raufußhühner Grundvoraussetzung für einen Fortbestand der Jagd auf diese Wildarten. Die Freude des Vorkommens der Wildarten im eigenen Revier muss der Freude des Erlegens eines Hahnes bei weitem überwiegen.

Wie kann das Bewusstsein der nichtjagenden Bevölkerung für die Raufußhühner gefördert werden

Vorallen durch Aufklärung – am besten durch gut gestaltete Informationstafeln in Auerwildgebieten aber auch durch viele persönliche Gespräche mit Wanderern und Touristen.
In unseren Revieren, welche aufgrund der Stadtnähe zu Graz sehr stark touristisch genutzt werden, haben wir damit viel erreicht. Den ein oder anderen interssierten haben wir auch auf die Balz mitgenommen und damit einen gratis Wächter dazugewonnen.

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