Neue Aufgaben – neues Bewusstsein

Umwelt und Gesellschaft wandeln sich. Das spüren und wissen auch die Jäger, und sie handeln danach. Jagd im Sinn einer nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen ist nicht nur naturschutzkonform, sondern passt auch in eine sich ständig ändernde Gesellschaft. Zur Nachhaltigkeit und zu ihrer Freude an der Jagd bekennen sich die steirischen Jäger.

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Nachhaltig. Die Jäger regeln den Wildbestand nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit (d. h. dass nicht mehr Wild entnommen wird als zuwächst), kümmern sich aber immer mehr um die Schaffung und Erhaltung einer vielfältigen, reich strukturierten Landschaft, in der das Wild Deckung und Äsung findet, und betreiben modernes Wildtier-Management nach wildökologischen Grundsätzen.

Regeln. Gejagt wird nur nach strengen Regeln, deren Missachtung geahndet wird: Jeder Revierinhaber zählt sein Wild, erhebt, wieviel nachwachsen wird und erstellt daraufhin in Absprache mit dem Bezirksjägermeister einen genauen Plan, in dem festgehalten ist, wieviel Wild pro Jahr entnommen wird.

Was wäre wenn? Würden die gesetzlich vorgeschriebenen Abschüsse nicht getätigt, würden sich die Wildtiere selbst die Lebensgrundlage nehmen: Das heißt, Rotwild und Rehwild nähmen zu – es käme zu Nahrungsengpässen. Und im Wald gäbe es nicht mehr tragbare Verbiss- und Schälschäden.

Waffe ist nicht Symbol. Die steirischen Jäger empfinden Demut vor den Lebewesen und Respekt vor der Schöpfung. Dies bedenken sie vor jeder Schußabgabe. Jeder Weidmann weiß, dass ein einfach auszulösender physikalischer Vorgang, wie die Abgabe eines Schusses, weitreichende Folgen hat. Der Jäger trägt die Waffe als Mittel zum Zweck, nicht als sein Symbol.

Jagd & Wildökologie. Die Jäger verstehen sich als Anwälte der Natur und der freilebenden Wildtiere und sind mit ihrem wildökologischen Know-how auch bestens dafür geeignet. Naturnutzer wie Wanderer, Mountainbiker oder Paragleiter werden nicht aus dem Wald hinausgesperrt, sondern im persönlichen Gespräch motiviert, auf die Bedürfnisse der Wildtiere Rücksicht zu nehmen. Rückzugsgebiete oder Fütterungen des Wildes sollte man bei Wanderungen meiden. Auch die Jäger tun dies, denn Stress setzt auch den Wildtieren zu!

Lebensraum & Notzeit. Jäger gestalten aktiv die Lebensräume der Wildtiere und überbrücken Notzeiten durch geeignete Futtervorlage. Sie legen Wildwiesen, Wildäcker und Ökostreifen an, verhindern, dass Almen zuwachsen und rücken in höheren Lagen auch mit den Schiern aus, um den Wildtieren im Winter durch wildtiergerechte Fütterungen über die Runden zu helfen.

Jäger & Wildbret. Das „beste Produkt“ der Jäger ist gesundes und schmackhaftes Wildbret. Dass sie sich in Wildbrethygiene etc. ständig weiterbilden, um die gute Qualität weiterhin garantieren zu können, liegt zu einem Gutteil auch in ihrem eigenen Interesse: Schließlich lassen sich die Jäger das Wildbret auch gern selbst auf der Zunge zergehen!