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Feldhase

Der Feldhase zählt zu jenen Wildarten in der Steiermark, die während der letzten Jahrzehnte viel an Lebensraum verloren haben. Das hängt vor allem mit der intensiven Landwirtschaft zusammen, daneben nimmt auch der Druck durch Raubfeinde zu. Vor rund 100 Jahren wurden in der Steiermark jährlich noch über 40.000(!) Hasen erlegt, heute sind es etwa 3.500. Ehemals war besonders das Grazer Feld für seinen Reichtum an Hasen bekannt.

Der Feldhase

Zu den besonderen Herausforderungen der steirischen Jäger zählt heute die Niederwildhege. Vor allem in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten ist es vorrangiges Ziel die Qualität der Lebensräume für Feldhase, Fasan und Rebhuhn zu verbessern. Voraussetzung dafür ist der intensive Kontakt mit den Bauern. Jäger bemühen sich im Einvernehmen mit den Landwirten um Hecken, Wildäcker oder Blühstreifen. Davon profitieren auch eine ganze Reihe anderer Tierarten. Lebensraumerhaltung und -gestaltung ist das Um und Auf im Niederwildrevier.

Familie: Echte Hasen (Leporidae)
Art: Feldhase (Lepus europaeus)
Lebendgewicht: 2,5 - 5,5 kg
Paarungszeit: Februar bis September
Nachwuchs: 2 (1-5) Junge (1-3 Geburten/Jahr)
Alter: Höchstalter rd. 10 Jahre, der Großteil überlebt das erste Jahr nicht
Jagdzeiten: a) in den Bezirken Deutschlandsberg, Feldbach, Fürstenfeld, Graz-Stadt, Graz-Umgebung (mit Ausnahme des Gerichtsbezirks Frohnleiten), Leibnitz, Radkersburg, Hartberg und Weiz: 16.10. - 15.12.
b) in den übrigen Bezirken und im Ger.Bez. Frohnleiten: 1.11. - 31.12.

Kritische Zeiten im Jahr

März/April – August: Die Junghasen sind durch Raubwild, Krähen, Hunde, Katzen ebenso gefährdet, wie durch den Einsatz von landwirtschaftlichen Maschinen. Nach der Getreideernte bleiben viele Ackerflächen oft brach liegen, oder werden sofort wieder umgepflügt, wodurch dann mitten im Jahr Deckung und Äsung fehlt – man spricht vom „Ernteschock“.

Lebensraum

Als ursprünglicher Bewohner von Buschsteppen fand der Feldhase nach den Waldrodungen günstige Lebensbedingungen in Mitteleuropa. Man kann ihn auch als Kulturfolger bezeichnen. Feldhasen bevorzugen landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaften mit trockenen Böden und wenig Niederschlag.

Sie leben aber auch im Wald oder Waldrandbereich bis hinauf zur Baumgrenze. Waldhasen und Feldhasen sind ein und dieselbe Art. Die Waldhasen wurden früher von der steirischen Landbevölkerung „Bamschabl“ genannt, weil sie im Winter die Rinde von jungen Bäumen abnagten (-schabten).

Nahrung

Hasen sind reine Pflanzenfresser, die eine vielseitige Kost nutzen. Das reicht von Gräsern über Kräuter, Knospen, Früchte, bis zu jungen Trieben und auch Rinde. Im Feld kommen landwirtschaftliche Nutzpflanzen wie Getreide, Ölfrüchte, Rüben oder Kohl dazu.

Daneben ist aber auch ein vielfältiges Angebot an Ackerunkräutern wichtig. Hasen scheiden neben den etwas flachgedrückten Kotpillen auch Blinddarmlosung aus. Diese wird vom Hasen wieder aufgenommen und ein zweites Mal verdaut.

Merkmale und Besonderheiten

Hasen sind zwar typische Fluchttiere, bei Gefahr vertrauen sie zunächst aber einmal auf ihre Tarnfarbe und drücken sich auf den Boden. Die Augen liegen weit seitlich, sodass der Hase rundum blicken kann. Das heißt, er sieht auch einen Feind, der sich von hinten annähert. Eine Besonderheit beim Hasen ist die hohe Vermehrungsrate. Dabei kann die Häsin schon wieder befruchtet werden noch bevor die Jungen zur Welt kommen.

So ist es möglich, dass Hasen drei Mal – unter besonders günstigen Umständen sogar vier Mal im Jahr – Junge bekommen. Bezeichnet wird diese doppelte Befruchtung als „Superfötation“. In der Steiermark gibt es neben dem Feldhasen auch den Schneehasen. Schneehasen leben im Gebirge im Waldgrenzbereich und darüber. Ihr Haarkleid wird im Winter weiß.

Jagd

Feldhasen werden in der Steiermark nur zwei Monate am Ende des Jahres bejagt. In den Niederwildrevieren werden freiwillig die Hasenbestände gezählt. So kann ermittelt werden ob es ausreichend Nachwuchs gegeben hat, und eine nachhaltige Jagd möglich ist.

Viele Junghasen überleben den ersten Winter nicht, die Jagd schöpft also einen Teil jener Tiere ab, die ohnehin ausfallen würden.

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