x

Freiwilliges Umweltjahr

Dir liegen Umwelt sowie Natur am Herzen und suchst nach einer abwechslungsreichen Beschäftigung für das nächste Jahr? Dann bist du bei der Steirischen Landesjägerschaft genau richtig! Absolviere bei
uns dein Freiwilliges Umweltjahr und erhalte spannende Einblicke in unseren Arbeitsalltag – Auch als Zivildienstersatz möglich!

 

Was ist ein Freiwilliges Umweltjahr?

Du bist dir noch nicht sicher, was du später einmal machen willst oder brauchst eine kurze Unterbrechung von deiner jetzigen Tätigkeit?  Dann ist ein freiwilliges Umweltjahr genau das richtige für dich! Engagiere dich 12 Monate bei Einsatzstellen – darunter auch die Steirische Landesjägerschaft – im Umwelt- und Nachhaltigkeitsbereich in ganz Österreich und sammle praktische Erfahrungen und Schlüsselqualifikationen für dein späteres Berufsleben. Das alles kannst du auch als Zivildienstersatz erleben. Die Bewerbungen laufen über die  Jugend-Umwelt-Plattform JUMP  und werden weitergeleitet.

Details findest Du auf der Website von JUMP.

Warum soll ich ein freiwilliges Umweltjahr bei der Steirischen Landesjägerschaft absolvieren?

Du suchst nach einem abwechslungsreichen Umfeld, bei dem dir nicht zu schnell langweilig wird? Dir liegt unsere steirische Natur mit ihrem gesamten Facettenreichtum am Herzen und willst mithelfen, diese zu erhalten? Dann bist du bei der Steirischen Landesjägerschaft genau richtig!

Absolviere bei uns dein Freiwilliges Umweltjahr und erhalte spannende Einblicke in unseren Arbeitsalltag. Deine Aufgaben werden so vielfältig sein, wie die der Jägerschaft selbst; Durch Öffentlichkeitsarbeit, mithilfe bei Veranstaltungen und bei wildbiologischen Forschungsprojekten sowie Unterstützung bei unserer alltäglichen Arbeit ergibt sich jeden Tag ein spannender und abwechslungsreicher Tagesablauf. Wir freuen uns auf Dich!

 

„Ich würde das Freiwillige Umweltjahr bei der Steirischen Landesjägerschaft allen empfehlen, die sich für Wildtiere und deren Zusammenleben mit dem Menschen interessieren. Zudem zeigt das Jahr bei der Jägerschaft einen oft vernachlässigten Aspekt des Naturschutzes.“

Jakob Reischl, gegenwertiger Absolvent des Freiwilligen Umweltjahres bei der Steirischen Landesjägerschaft 2022/23

“Ich empfehle ein Freiwilliges Umweltjahr bei der Steirischen Landesjägerschaft all jenen, die sich ein Jahr lang im Natur- und Nachhaltigkeitsbereich vertiefen und gleichzeitig Einblick hinter die Kulissen einer Körperschaft öffentlichen Rechts erhalten wollen”

Maximilian Hasiba, Absolvent des Freiwilligen Umweltjahres bei der Steirischen Landesjägerschaft 2021/22

 

Tätigkeiten
▪ Öffentlichkeitsarbeit (Social Media, YouTube, Pressetexte)
▪ Mithilfe bei Veranstaltungen (Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, Messeauftritte etc.)
▪ Mithilfe bei der Aus- und Weiterbildung der Steir. Jäger:innen (Organisation und Durchführung von Seminaren, Erweiterung/Optimierung der Angebote)
▪ Mithilfe bei wildbiolgischen und jagdwissenschaftlichen Forschungsprojekten
▪ Recherchearbeiten (Recherche zu Jagd und Wild-Themen)

 

Anforderungen
▪ Interesse an Jagd und Natur
▪ Freude am Umgang mit anderen Menschen
▪ selbstständige Arbeitsweise
▪ gute Computerkenntnisse (Social Media etc.) von Vorteil
▪ handwerkliches Geschick
▪ Einsatzbereitschaft

 

Du denkst, dass du der/die Richtige für uns bist? Dann bewirb dich jetzt! Wir freuen uns auf dich!

 

 

KITZRETTUNG

IDieses Medienprojekt wurde von Einsatzstellen und Teilnehmenden des Freiwillinge Umweltjahrs FUJ im Rahmen des FUJ-Lehrgangs gememinsam umgesetzt. 

 

Über mich:

Mein Name ist Valentin Edler, ich bin 19 Jahre alt und mache mein Freiwilliges-Umweltjahr bei der Steirischen Landesjägerschaft. Ich komme aus Graz und habe durch meinen Papa schon früh einen Bezug zur Jagd bekommen. Nun absolviere ich parallel zu dem Umweltjahr einen Jagdkurs und trete in Kürze zur Jagdprüfung an.

Die Frühlingssaison markiert nicht nur den Beginn der Blütezeit, sondern auch eine kritische Phase für die heimische Wildtierpopulation. Mit dem Start der Vegetationsperiode steigt das Risiko für Rehkitze so – wie auch für Junghasen und Bodenbrüter, Opfer von Mähwerken auf landwirtschaft-lichen Flächen zu werden. Neben dem durch den Maschineneinsatz herbeigeführten Tod ist ganz besonders die Tatsache, dass es häufig zu dramatischen Verstümmelungen kommt, d.h. dass Extremitäten abgetrennt werden und die Tiere aber trotzdem weiterleben, ein großes Problem des Wildtierschutzes. Durch das getötete Jungwild aber auch durch die abgetrennten Extremitäten wird darüber hinaus das entstehende Futtermittel unbrauchbar. Über die Jägerinnen und Jäger werden im Zusammenwirken mit den Landwirten laufend Maßnahmen gesetzt, um diese Vorfälle zumindest zahlenmäßig aus Gründen des verantwortungsvollen Umganges mit Wild-tieren zu verhindern:

Die Steirische Landesjägerschaft empfiehlt, mehrere unterschiedliche Methoden bei der sogenannten Kitzrettung anzuwenden: Bereits im Vorfeld kann die Beobachtung trächtiger Rehgeißen wertvolle Einblicke in die Auswahl der Setzplätze bieten. Nach dem Setzen reagieren diese Geißen sensibel auf Fiepen und offenbaren häufig durch ihr Verhalten den präzisen Standort der Kitze. So können, ohne großen Auf-wand, schon einige Kitze entdeckt werden.

Zuallererst muss immer Kontakt zu dem Landwirt aufgenommen werden, der die entsprechenden Flächen bewirtschaftet. Ohne zu wissen, wann gemäht wird, hat es wenig Sinn, Maßnahmen zur Rettung von Kitzen zu ergreifen. Da die Mähtermine meist sehr spontan und vom Wetter abhängig sind, ist es umso wichtiger, regelmäßigen Kontakt mit den Landwirten zu halten.
Wenn der Kontakt einmal besteht, können Maßnahmen ergriffen werden. Unmittelbar vor der Mahd kann eine Gruppe im Kettenverband die zu mähende Wiese durchstreifen und so die Jungtiere abtragen und vor den Mähwerken bewahren. Auf geeigneten Flächen kann durch eine Drohne mit Wärmebildkamera dieser sehr zeit- und personalintensive Prozess effizienter durchgeführt werden. Jedoch muss der Drohnenflug in den frühen Morgenstunden vor dem Sonnenaufgang stattfinden, da der Wärmeunterschied zwischen Rehkitz und Umgebung sonst durch die Sonneneinstrahlung zu gering wird. Durch die zunehmende Erwärmung dunkler Landschaftselemente können auch Steine und Maulwurfhügel dieselbe Wärmesignatur wie Rehkitze aufweisen – die Identifikation ist dann kaum mehr möglich. Außerdem ist natürlich der Anschaffungspreis von mehreren tausend Euro auch nicht außer Acht zu lassen. Dafür können in 20 Minuten zwei bis drei Hektar Wiese abgeflogen werden.

Das unmittelbare Absuchen der Wiesen vor der Mahd ist natürlich unerlässlich, aber nicht das Einzige, das getan werden kann. Es hat sich herausgestellt, dass Präventionsmaßnahmen auch sehr effektiv sein können. Verstänkerungsmittel wie Milchsäure oder chemische Repellents von großen Beutegreifern, die auf Trägern wie Lappen oder PU-Schaumbälle aufgehängt werden können, zeigen auf kurze Zeit sehr gute Erfolge, sind aber keine Lösung, die für immer anhält. Das Gleiche gilt für Urinsteine oder Karbid, die bei Feuchtigkeit ausgasen.

Da das Rehwild vor allem auf optische Reize reagiert, kann man auch in den Tagen vor der Mahd mit Helium gefüllte Luftballons, bunte Windräder oder per Zeituhr geschaltete Blinkleuchten auf der Fläche verteilen, um Gefahr zu symbolisieren. Eher seltener werden die Flächen schwerpunktbejagt, um durch die häufige Anwesenheit von Menschen der Rehgeiß zu zeigen, dass der Platz grundsätzlich nicht der richtige zum Setzen ihrer Kitze ist.

Geräusche können natürlich auch zur Vergrämung dienen. Kleine Glocken, die vom Wind betätigt werden, also im Prinzip kleine Windspiele, werden seit jeher wegen ihrer Außergewöhnlichkeit in der Natur verwendet, um kurze und gezielte Effekte zu erzielen. Man kann auch Plastiksäcke auf eingeschlagenen Pflöcken befestigen, die durch das Rascheln und die ungewohnte Bewegung abschreckend für die Geiß wirken. Das Glöckchen oder die Plastiksäcke können am Vorabend der Mahd aufgestellt werden, um die Rehgeiß zu veranlassen, die Wiese mit ihrem Kitz zu verlassen. Ein anderes akustisches Hilfsgerät ist der „Kitzretter“. Durch das Anbringen dieses Kitzretters auf dem Mähwerk werden bereits fluchtfähige Rehkitze mittels Sirenenton aufgescheucht und so zur Flucht aus der Gefahrenzone veranlasst. Zu kleine Kitze ducken sich in die Deckung und verharren bewegungslos; bei diesen hilft nur das Absuchen unmittelbar vor der Mahd.

Beim Mähen selbst kann man auch dafür sorgen, dass so wenige Jungtiere wie möglich verletzt werden. Man sollte einfach die Wiese von innen nach außen mähen, um dem Wild die Möglichkeit zu geben, im hohen Gras zu flüchten. Wenn man nämlich die Wiese von außen nach innen mäht, nimmt man dem Wild die Deckung und treibt alle Wiesenbewohner in die Mitte und veranlasst vor allem die Kitze, sich in das hohe Gras zu ducken.

All das sind Möglichkeiten, Kitze vor dem Tod durch die Mähwerke zu bewahren und gleichzeitig das Futter für unsere Nutztiere sauber und damit qualitativ hochwertig zu halten. Da stellt sich nur die Frage, wie viele Rehkitze tatsächlich gerettet worden sind? Hier kommt das neue Melde-Tool im WIS-Stmk zum Einsatz, das gerade entwickelt wird. Das WIS-Stmk ist eine Datenbank und Meldeplattform, die von der Steirischen Landesjägerschaft schon seit Jahren verwendet wird. Sie wird für Abschussmeldungen, Weiterbildungserfassungen, Reviereinteilungen und vieles mehr verwendet. Der Zusatz, die Anzahl der geretteten Kitze melden zu können, hilft uns dabei, verlässliche Zahlen im Zusammenhang mit den verschiedenen Arten von Kitzrettungen zu erheben. Nach der Auswertung der neuen Daten, können mögliche zukünftige Förderprojekte in Betracht gezogen werden und gleichzeitig die nichtjagende Bevölkerung über diese vorbildliche Leistung der Jägerinnen und Jäger noch besser aufgeklärt werden. Daher bitten wir sehr herzlich darum, alle geretteten Kitze im WIS einzutragen und uns damit bei dieser wichtigen Dokumentation der Leistungen der Jagd zu unterstützen.

 

 

Wussten Sie, dass...?

…2.536 Jagdreviere im Gesamtausmaß von über 1,6 Millionen Hektar das Jagdland Steiermark bilden? 1.498 dieser Reviere sind Eigenjagden, 370 dieser Eigenjagden sind verpachtet, 16 davon an nicht österreichische Jäger.

Sie haben Fragen?

Die Steirischen Jägerinnen und Jäger leben mit der Natur –
gerne beantworten wir Ihre Fragen!

Anfrage senden