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Muffelwild

Mufflons sind Nachkommen von Wildschafen. Man nimmt an, dass der Mensch diese kleinen Wildschafe bereits in der Jungsteinzeit auf Inseln wie Zypern, Korsika und Sardinien ausgesetzt hat. Als Heimat unseres europäischen Muffelwildes wird heute Korsika und Sardinien angegeben. In Österreich war diese Wildart ursprünglich nicht heimisch. Wahrscheinlich wurden Mufflons bereits im Mittelalter in Tiergärten gehalten. Bekannt ist, dass Prinz Eugen 1729 erstmals Mufflons von Sardinien nach Wien bringen ließ, wo sie schließlich in den Lainzer Tiergarten kamen. In der Steiermark wurde Muffelwild zum ersten Mal 1909 im Mariazeller Land an der Landesgrenze zu Niederösterreich ausgesetzt, 1932 wurden weitere Tiere im Raum Frohnleiten ausgewildert, nach dem Zweiten Weltkrieg folgten weitere Aussetzungsversuche.

Das Mufflon

Alle Muffelwildkolonien außerhalb von Korsika und Sardinien gehen auf Aussetzungen zurück. Heute gibt es Muffelwild in ganz Mittel- und Südeuropa und auch außerhalb von Europa. Die Wildart ist jedoch nirgends flächendeckend verbreitet, sondern kommt immer nur in isolierten Kolonien vor. Die Wildart ist in ihrem Lebensraum unstet. Das heißt, der tägliche Aktionsradius der Tiere ist hoch, die Rudel sind in ihrem Einstandsgebiet viel in Bewegung. Sie bleiben jedoch in diesen Streifgebieten und verlassen sie nur selten. Mufflons sind standortstreu. Oft stellen bereits Straßen oder Flüsse Grenzbarrieren dar, die nicht überschritten werden.

Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Schafe (Ovis)
Art: Mufflon (Ovis gmelini musimon)
Schulterhöhe: 70 - 90 cm
Lebendgewicht: Widder 30 - 60 kg, Schafe 20 - 40 kg
Paarungszeit: Oktober bis Dezember
Nachwuchs: 1 - (2) Junge (eine Geburt/Jahr)
Alter: in freier Wildbahn bis 15 Jahre, in Gefangenschaft bis 20 Jahre
Jagdzeiten: 1. Juli bis 31. Dezember
Beginn Ende
Jagdzeit: 01/07 31/12

Lebensraum

Ursprünglich waren Mufflons in gebirgigen, felsdurchsetzten, eher trockenen, steinigen Lebensräumen daheim. Mit hohen Schneelagen kommt die Wildart nicht gut zurecht. In Mitteleuropa leben sie heute oft in Laub- und Mischwaldgebieten. Bei Gefahr flüchten sie in steile, felsdurchsetzte Bereiche. Abwechslungsreiche Reviere mit Wald und Wiesen zählen heute in Mitteleuropa zu den häufigsten Lebensräumen.

 

Nahrung

Muffel sind, wie alle Schafe genügsame Grasfresser. Sie können jedoch in Wäldern erheblichen Schaden anrichten, weil sie Knospen und Triebe junger Bäume fressen, und weil sie auch die Rinde von Bäumen schälen.

Merkmale und Besonderheiten

Muffelwild ist tagaktiv. Widder und Schafe leben in getrennten Rudeln. Ein Rudel wird meist von einem erfahrenen älteren Schaf, oder von einem ranghohen Widder angeführt. Im Sommer bilden ältere Widder oft kleinere, separate Gruppen. In der Brunft kann es zwischen rivalisierenden Widdern zu heftigen Kämpfen kommen. Wenn Widder mit ihren Hörnern zusammenstoßen, dann sind diese Rammstöße wie ein Knall oft hunderte Meter weit zu hören. Die Widder tragen auffällige, wuchtige Hornschnecken, Schafe haben nur selten kleine Hornstummel. Im Sommer trägt sie ein rötlichbraunes Fell, im Winter hebt sich bei den Widdern ein weißer Sattelfleck von der rotschwarzen Winterdecke ab. Die Wildart sieht sehr gut. Wildernde Hunde, Wolf und Luchs können zu hohen Verlusten in Muffelwildkolonien führen. Jüngste Erfahrungen mit Wölfen zeigen, dass der Wolf in der Lage ist Muffelwildkolonien vollständig auszurotten.

 

Jagd

In der Steiermark rechnet man mit mindestens 1.000 Stück Muffelwild. Etwa 400 wurden im Jahr 2018 erlegt. Diese hohe Strecke ist darauf zurückzuführen, weil man in einigen Gebieten diese Wildart nicht mehr haben will. Wenig geeignete Lebensräume, Konkurrenz mit anderen Wildarten und oft hohe Wildschäden sind Gründe dafür.

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